Neue FHNW-Website für Studiums-, Weiterbildung und Forschungsinteressierte.

Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW gehört zu den bedeutendsten Fachhochschulen der Schweiz. Sie vereint zehn Hochschulen, betreibt fünf Standorte und bildet über 14'000 Studierende aus.

Ausgangslage

Mit neuen strategischen Zielen der Direktion stand die FHNW vor einer grundlegenden Frage: Wie wird ein digitaler Auftritt dieser Grösse so weiterentwickelt, dass er Studierende und Weiterbildungsinteressierte gezielt gewinnt und ihnen die Orientierung im Angebot erleichtert?

Die bestehende Plattform konnte die neuen strategischen Anforderungen nicht mehr tragen. Ein von Raptus erstelltes "Expert Review" bestätigte die Bandbreite des Handlungsbedarfs, von Informationsarchitektur und Datenstruktur bis zur fragmentierten Plattformlandschaft mit unterschiedlichen Subdomains und Oberflächen.

Schritt 1: Beratung und Anbieterauswahl

Den Auftakt bildete das Beratungsmandat. Dazu gehörten das Expert-Review der bestehenden Website, Workshops sowie die gemeinsame Erarbeitung des Projektmodells mit der FHNW. Für einzelne Teilbereiche entstanden Entscheidungsgrundlagen. Mit den Entscheider:innen der FHNW gab es laufendes Sparring zu offenen Fragen.

Für UX-Design und UI-Design einzelner Teilbereiche unterstützte Raptus die FHNW bei der Erarbeitung der Bewertungskriterien und brachte die eigene Einschätzung aus Agentursicht ein.

Das durften wir beitragen

  • Expert-Review der bestehenden Website
  • Workshops und Erarbeitung des Projektmodells
  • Entscheidungsgrundlagen für einzelne Teilbereiche
  • Laufendes Sparring mit den Entscheider:innen der FHNW
  • Mitarbeit an den Bewertungskriterien für die Anbieterauswahl

Schritt 2: UX-Konzept für den Zugang zu den Angeboten

Die FHNW bietet über 10'000 Angebote (Studiengänge, Weiterbildungen, Kurse, Events). Das alte System bildete sie über tief verschachtelte Ebenen und eine an Hochschulen orientierte Logik ab. Für Zielgruppen war das Angebot dadurch schwer zu erfassen.

Raptus hat den Zugang zu den Angeboten von Grund auf neu konzipiert: datenbasiert, methodisch und in mehreren iterativen Runden mit echten Nutzer:innen. An die Stelle vieler Ebenen trat ein flacher Katalog, der sich wie ein E-Commerce-System nutzen lässt, mit mehrdimensionalen Filtern und themenbasiertem Einstieg.

Data Structure First

Moderne digitale Systeme sind nur skalierbar, wenn die Daten strukturiert sind. Einer der ersten Schritte war daher die Analyse der bestehenden Daten und die Definition eines neuen Datenschemas. Gemeinsam mit dem Projektteam der FHNW. Auf dieser Grundlage stützen sich heute CMS-Backend, Templates, Filter und LLMO. Sie ermöglicht zudem den Mehrfacheinsatz der Daten, etwa für einen KI-Berater oder externe Plattformen.

Unser Beitrag in dieser Phase

  • Analyse und Neudefinition des Datenschemas
  • Use-Case-Spezifikationen auf Basis von Nutzerdaten und Personas
  • Card Sorting und iterative Wireframe-Prototypen
  • Flacher, E-Commerce-artiger Angebotskatalog
  • Mehrdimensionale Filter und themenbasierter Einstieg
  • Datenbasis für CMS, Filter, LLM-Crawler und KI-Anwendungen

Schritt 3: UI-Design und Designsystem

Aufbauend auf dem bestehenden Markenauftritt der FHNW entstand ein neues visuelles System. Der Spielraum führte zu einer modernen Interpretation von Swiss Design. Reduktion, präzise Typografie und konsequente Hierarchien prägen den Auftritt. Spätere Phasen erweitern das System um UI-Animationen, die derzeit in Arbeit sind. Barrierefreiheit ist durchgängig mitgedacht.

Der Weg dorthin führte über Interviews und Workshops mit den einzelnen Hochschulen. Moodboards und erste grobe Entwürfe machten Stilrichtungen früh greifbar. Nach der Wahl der Stilrichtung wurde diese schriftlich definiert, in vertieften Entwürfen ausgearbeitet und mit der FHNW verabschiedet.

Daraus entstand ein Designsystem in Figma, aufgebaut nach Atomic Design.

Hier kam Raptus ins Spiel

  • Visuelles System auf Basis des bestehenden Markenauftritts
  • Interviews und Workshops mit den einzelnen Hochschulen
  • Moodboards und Stilrichtungs-Entwürfe
  • Definition und Ausarbeitung der gewählten Stilrichtung
  • Umfangreiches Designsystem in Figma nach Atomic Design
  • Durchgängige Berücksichtigung der Barrierefreiheit

Schritt 4: Technische Umsetzung im CMS Plone

Die Website läuft auf dem Open-Source-CMS Plone, das die Inhaltsverwaltung der FHNW seit vielen Jahren trägt. Im Relaunch ging es darum, eine technisch saubere Brücke zwischen dem neuen Designsystem und Plone zu schaffen, damit Inhalte flexibel gepflegt und gleichzeitig konsistent dargestellt werden.

Das Designsystem entstand als React-Komponentenbibliothek und ist in Storybook dokumentiert. Plone bezieht die Komponenten direkt und bildet sie über einen Pagebuilder flexibel ab. Damit können Redakteur:innen Seiten eigenständig zusammenstellen, das Ergebnis ist dank Live-Preview unmittelbar sichtbar.

Als React-basiertes Frontend kam Volto zum Einsatz, das seit Plone 6 das Standard-Frontend des CMS bildet. Eine Überarbeitung war nötig, um es nahtlos mit der Komponentenbibliothek zu integrieren. Komponenten werden zentral verwaltet, Änderungen erfolgen an einem Ort und greifen überall, wo sie eingesetzt sind.

Vom Produktkatalog über die Filterlogik bis zur Suche sind alle Funktionen aus dem UX-Konzept vollständig umgesetzt. Möglich war das nur in enger Zusammenarbeit mit dem internen Entwicklungsteam Kreis Web, das aktiv mitentwickelt hat.

Was Raptus geleistet hat

  • Brücke zwischen Designsystem und Plone-CMS
  • React-Komponentenbibliothek mit Storybook-Dokumentation
  • Pagebuilder mit Live-Preview für die Redaktion
  • Integration und Überarbeitung des Volto-Frontends
  • Umsetzung von Produktkatalog, Filterlogik und generellen CMS-Funktionen/Templates
  • Co-Development mit dem internen Team Kreis Web

Raptus hat den Relaunch mit hoher Kompetenz und einem klaren Plan begleitet. Das Ergebnis trägt unsere strategischen Ziele und ist gleichzeitig eine Grundlage, die uns weiterbringt.

Dan Schaefler
Projektleitung
|
FHNW

Endergebnis und Highlights

Der Relaunch von fhnw.ch ist unter hohem Einsatz aller Beteiligten in Betrieb gegangen. Heute steht eine Plattform bereit, die der Bedeutung der FHNW gerecht wird und eine tragfähige Basis für die kommenden Jahre bildet. Die wichtigsten Highlights im Überblick:

  • Aktive Einbindung aller Stakeholder aus den zehn Hochschulen
  • Termingerechte Live-Schaltung trotz hoher Komplexität
  • Fragmentierte Plattformen zu konsistentem digitalen Auftritt zusammengeführt
  • Technisch neue und skalierfähige Basis inkl. Datenstruktur geschaffen
  • Frontend, das Redakteur:innen mit Live-Preview eigenständig arbeiten lässt
  • Angebote deutlich besser auffindbar über Filter, Suche und themenbasierte Zugänge
  • Darstellung und Inhalte auf Barrierefreiheit (Accessibility) geprüft und optimiert

Insights & Learnings

Drei Dinge nehmen wir aus diesem Projekt mit.

Erstens: Damit Nutzer:innen aus einem so umfangreichen Angebot das Richtige finden, mussten wir zuerst eine Frage beantworten, die nichts mit Design zu tun hat: Wie sind die Daten eigentlich strukturiert und verknüpft (Datenschema)? Erst als diese Grundlage stand, konnten Filter, Suche und Einstiege so funktionieren, wie sie heute funktionieren.

Zweitens: In föderalen Organisationen wie der FHNW (zehn Hochschulen, vier Kantone) ist der schwierigste Teil nicht die Technik, sondern die Frage, wer entscheidet. Eine Projektleitung, die diese Frage konsequent klärt und alle Stakeholder berücksichtigt, ist wertvoller als jede Methodik.

Drittens: Das engste Stück Zusammenarbeit war die Brücke zwischen Designsystem und Plone. Dass sie heute trägt, liegt daran, dass interne Entwicklung und externe Agentur tatsächlich gemeinsam gebaut haben, nicht nacheinander.

No items found.
No items found.

Das Rudel hinter diesem Projekt

Ein grosses Dankeschön geht an das gesamte Projektteam der FHNW, das diesen Relaunch mit hoher Kompetenz und vollem Einsatz möglich gemacht hat. Namentlich:

Bereit für den nächsten Schritt?

Wenn Sie ähnliche Herausforderungen angehen oder Ihre digitale Arbeitsweise gezielt weiterentwickeln möchten, unterstützen wir Sie gerne. Passende Ansätze und vertiefende Informationen finden Sie hier.